"Grenzgeschichten zw. Wasser und Holz"

"Grenzgeschichten zw. Wasser und Holz"

Deutsch-tschechischer Praxisworkshop "Grenzgeschichten zwischen Wasser und Holz"
Crossmediales historisches Storytelling im Internet

9. bis 13. Mai 2017

Wie kann man grenzüberschreitende Geschichten crossmedial erzählen? Wir zeigen es Ihnen am Beispiel der Triftsperre in Hals bei Passau. Diese ist heute ein idyllischer Ausflugsort an der ruhig dahinplätschernden Ilz. Nur die überdimensionierten Granitpfeiler und der geheimnisvolle Tunnel werfen Fragen auf. Wir wollen dem auf den Grund gehen und versuchen, die Geschichte dieses Industriedenkmals zu rekonstruieren: Das laute Getöse der Tausenden von Baumstämmen im Wasser, die Rufe der Männer, die hier schufteten, die Waldbesitzer, die reich wurden durch ihr Holz, die boomenden Städte, die nach noch mehr Bau- und Brennholz verlangten. Und nicht nur das, wir werden die entdeckten Geschichten mit den Mitteln des crossmedialen Storytellings im mobilen Internet erzählen.

Die Wirtschaftsgeschichte ist ein grenzüberschreitendes Thema, Holz wurde im Bayerischen Wald sowie im Böhmerwald auf ähnliche Weise gewonnen. Holzreichtum, Wasserkraft und geniale Ingenieurskunst haben im 19. Jahrhundert einen sehr lukrativen Industriezweig ermöglicht, der die gesamte Region stark prägte. 1827 ging man davon aus, dass „Tausend Menschen [..] durch diesen Kanal für immerwährende Zeiten Beschäftigung und Unterhalt“ hätten. Doch der Strukturwandel verschonte den Bayerischen Wald und den Böhmerald nicht - auch das ist eine grenzüberschreitende Geschichte.

Das Blockseminar findet im Rahmen des EU-Projekts „Begegnungsraum Geschichte“ der Universitäten Passau und Budweis statt und lädt deutsche und tschechische Studierende ein, eine Woche gemeinsam zu verbringen. Es ist zugleich Teil des bundesweiten Projekts "Grenzgeschichten – crossing borders" der Stiftung Zuhören und der Bayerischen Sparkassenstiftung und wird in Kooperation mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit durchgeführt.

In dem Blockseminar nehmen Studierende der Südböhmischen Universität Budweis und der Universität Passau teil. Mit Unterstützung eines Medienprofis und mit umfangreichem Quellenmaterial (Bildquellen, Zeitzeugenaussagen, Chroniken, … ) entwickeln sie crossmediale Stories zu den Themen „Holztrift auf der Ilz“, „Flößen auf der Ottawa (tsch. Otava)“ und „Schwarzenberger Schwemmkanal“. Es entstehen multimediale Geschichten, die auf dem Portal grenzgeschichten.net publiziert werden. Die Studierenden erweitern dabei ihr didaktisches Repertoire, erhalten praktische Medienkompetenz und lernen Grundlagen der Video- und Audioaufnahme, sowie Video- und Audioschnitts kennen.


Ablauf des Praxisworkshops:

Di 9. Mai
Einführung: Begegnungsraum Geschichte, Stiftung Zuhören, Grenzgeschichten
Vorstellung der Themen und Materialien, historisches Hintergrundwissen
Technikkurse – Zentrum für Medien und Kommunikation
Themenverteilung, erste Ideensammlung und Konzepterarbeitung

Mi 10. Mai - Sa 13. Mai
Besuche der Triftsperre und anderer Orte für Filmaufnahmen etc.
Arbeit im ZMK mit dem Mediencoach

Veranstaltungsflyer als PDF Download