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Triftsystem Ilz

Geschichte der Ilzer Trift

um 1700 Urwald nördlich von Passau ist bischöflich, aber geringer forstwirtschaftlicher Ertrag, da keine Verkehrsanbindung

1710 Hochstift Passau hat Schwemmprivileg auf der Großen Mühl

1721 führt Fürstbischof Raimund Ferdinand von Rabatta die Trift auf der Ilz ein

1753 Kaiserin Maria Theresia erteilt Freiherrn von Grechtler das Privileg, Holz vom Südwesthang des Dreisesselberges auf der Großen Mühl zur Donau zu schwemmen

1766 Schwemmprivileg an Hochstift Passau dieses Privileg geht an das Hochstift Passau über; in der Zeit von 1766-1786 wurden vom Stift Schlägl 6.000 Klafter Holz geliefert

1827 König Ludwig I. baut Triftanlage aus: Reinigung der Quellbäche, Durchstechen der Windungen der Ilz und ihrer Zuflüsse, Errichtung von Triftklausen und Talsperren als Holzsammelbecken, Triftsperre und Tunnel.

Das Sägewerk Forchheimer übernahm vom Staat die Trifteinrichtung in Pacht, das Großunternehmen beschäftigte in Saisonzeiten Hunderte von Arbeitern.

1898 Besuch des Prinzregent Luitpold (1886–1912) am Holzlagerplatz Forchheimer (Abbildung links, Quelle: Stadtarchiv Passau, Böhmerwaldarchiv, SAP YV6L0007.)

Transportweg vom Wald zur Ilz immer größer, Eisenbahnen übernehmen den Holztransport, Unternehmen Forchheimer hat keinen Bahnanschluss.

1926    Triftbetrieb wird aufgegeben, Sägewerk an der Stromlänge wird geschlossen.

1933    die jüdische Familie Forchheimer wandert nach Amerika aus, ein Großteil ihres Vermögens wird jedoch von den Nationalsozialisten beschlagnahmt.

Reschbachklause

Der Kanal in Betrieb

Der Ablauf der Schwemme verlief nach einer genau festgelegten Reihenfolge. Der Winter war die Zeit der Holzhauer. Sie schlugen die Scheiter in den Wäldern oberhalb des Kanals und transportierten diese auf Schlitten zu den direkt am Kanal gelegenen Lagerplätzen.

Beginn der Schwemme

Mit der Schwemme wurde Ende März / Anfang April begonnen. Zu diesem Zeitpunkt war wegen der Schneeschmelze genug Wasser vorhanden. Als zusätzliche Hilfe hatte man künstliche Klausen errichtet. Eine Klause ist ein Wehr, mit dem Wasser aufgestaut werden kann. Ist genug Wasser im Staubecken, wird die Klause geöffnet und das gestaute Wasser kann reguliert abgelassen werden.

Die Buchberger Leite

Triftsperre in Hals bei Passau

Die Triftsperre war eine Barriere, die das auf der Ilz ankommende Holz stoppte. Von hier konnte man es gezielt durch den Trifttunnel durchlassen und sparte sich somit den weiten Weg durch die Halser Schleifen - eine Abkürzung!

Mit dem Rechen konnte man die Scheiter lenken, er diente als Sperre für das Holz. Das Scheitholz sammelt sich hier und bildet eine geschlossene Decke, oft war gar kein Wasser mehr zu sehen.

Die Rechen waren ursprünglich ganz aus Holz konstruiert, sie wurden erst später auf Steinpfeiler gesetzt.

An der Triftsperre in Hals sind mit den mächtigen Granitpfeilern eindrucksvolle Reste dieser Industrieanlage erhalten.

Wasserkraftwerk Hals

  • 1910-1916 Studie über den Ausau der Unteren Ilz
  • 1918-192 Bau des Wasserkraftwerkes Hals durch die PIAG Passau. Grund: Stromversorgung
  • 1954 Hochwasser Donau Pegel 12,20, UW Pegel in Hals 298.560 üNN
  • 1988/200 Sanierung der Wehranlage
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