1945 8. Mai: Kapitulation Deutschlands 16. Mai: Rückkehr des tschechoslowakischen Präsidenten Edvard Beneš nach Prag Staatspräsident Dr. E. Beneš erlässt 143 Dekrete, die in den ersten Nachkriegsmonaten die fehlende Gesetzgebung ersetzen. Auf Grund der Präsidialdekrete werden z.B. alle Banken, Versicherungen, Gruben und Schlüsselindustrien im Oktober verstaatlicht. Gleichzeitig wird auch eine Bodenreform durchgeführt, die die Grundverhältnisse in den tschechischen Dörfern von Grund auf veränderte. Mai-Juni: Hauptphase der so genannten „wilden Vertreibungen“ der deutschen Einwohner aus der Tschechoslowakei, während derer es zu einer Reihe von gewalttätigen, aufgehetzten Übergriffen kommt, in deren Folge tausende Deutschböhmen sterben. 17. Juli - 2. August: Potsdamer Abkommen: Deutschland wird in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Auf der Potsdamer Konferenz wird die Überführung der deutschen Einwohner aus der Tschechoslowakei, aus Polen und weiteren Ländern beschlossen, die ordnungsgemäß und unter der Aufsicht des Internationalen Komitees durchgeführt werden soll. Abdruck des Potsdamer Abkommens
| Mai: Erneuerung der tschechoslowakischen Finanzwache (Zoll) die gemeinsam mit den Einheiten der Nationalen Sicherheit (Polizei) den Schutz der Grenze sichern sollte. 15. November: Die Bildung einer Bayerischen Landesgrenzpolizei wird beschlossen
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1946 Januar: Beginn der so genannten organisierten Vertreibung der deutschen Bewohner der Tschechoslowakei. Bis zum Dezember des selben Jahres wurden aus der Tschechoslowakei 2 256 000 Deutsche vertrieben. In der Tschechoslowakei sind ca. 300 000 Deutsche verblieben, von denen später ein Teil in die BRD auswandert. Der Anteil der deutschen Todesopfer der Vertreibung wird auf 19 000 bis 30 000 geschätzt. 5. März: Der ehemalige britische Premier Churchill spricht in Fulton erstmals öffentlich von einem „Eisernen Vorhang“, der den Osten vom Westen trennt. 26. Mai: In den freien und demokratischen Wahlen für die Verfassungsversammlung gewinnt die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei. Ihr Vorsitzender Klement Gottwald wird Regierungsvorsitzender. | |
1947 12. März: die Truman-Doktrin schreibt fest, dass sich jede Nation zwischen Unterdrückung und Freiheit entscheiden müsse - und die USA die freien Völker unterstützen werde, damit diese sich gegen den Druck von Außen wehren können. Dadurch werden die Sowjetunion angegriffen und die Systemunterschiede erstmals öffentlich angeprangert. Weitere Informationen zu Ursachen und Enstehung des Kalten Krieges 5. Juli: der Marshall-Plan soll verhindern, dass der Kommunismus durch ökonomische Probleme im zerstörten Nachkriegseuropa Zulauf erhält und gewährt den westlichen Staaten insgesamt 17 Milliarden Dollar Unterstützung zum Wiederaufbau. Die Ostblockstaaten, u.a. Polen und die Tschechoslowakei, müssen unter dem Druck der Sowjetunion ablehnen. Weitere Informationen zum Marshall-Plan
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1948 25. Februar: Die kommunistische Machtübernahme in der Tschechoslowakei; Präsident Beneš nimmt den Rücktritt der nicht-kommunistischen Minister an und ebnet so den Weg zur Bildung der kommunistischen Regierung. April: Seit April 1948 verabschiedet das tschechoslowakische Parlament zahlreiche Gesetze über die Verstaatlichung, die die Liquidierung des Privatunternehmertums bedeuten. Am Ende des Jahres 1948 arbeiten 95% der Industrieangestellten im staatlichen Sektor. 30. Mai: Die Wahlen ins tschechoslowakische Parlament verlaufen in verängstigter Atmosphäre. Die Oppositionspolitiker werden an der Kandidatur gehindert. 7. Juni: Präsident Beneš tritt zurück. Klement Gottwald wird neuer Präsident. Seit dem Jahr 1948 bis zur Mitte der 50er finden in der Tschechoslowakei eine Reihe konstruierter politischer Prozesse mit Mitgliedern nicht-kommunistischer Parteien, Mitgliedern des nicht-kommunistischen Widerstandes im Zweiten Weltkrieg, Angehörigen der katholischen Kirche und anderen Gegnern des kommunistischen Regimes statt. Gleichzeitig finden Schauprozesse gegen die Mitglieder der Kommunistischen Partei statt. Den Schätzungen nach sind von diesen Prozessen bis zu 280 000 Menschen betroffen. 178 Todesurteile werden vollstreckt. Museum der Opfer des Kommunismus 12. Juni.: Die Berlinkrise wird durch die Währungsreform in der Westzone ausgelöst. Durch die anschließende Luftbrücke über die die SBZ und die sowjetische Belagerung der Stadt hinweg werden 1,83 Millionen Tonnen Güter ein- und 2500 Tonnen in Berlin hergestellter Waren ausgeflogen (bis Mai 1949). Berlins Industrieproduktion sinkt in dieser Zeit um die Hälfte. Weitere Informationen über die Berlin-Blockade 10. bis 23. August: Auf der Insel Herrenchiemsee arbeiten Experten die Richtlinien für das bundesrepublikanische Grundgesetz aus. 10. Dezember: Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinte Nationen (Internationaler Tag der Menschenrechte) | 23. Februar: Das tschechoslowakische Innenministerium, geführt von dem Kommunisten Václav Nosek, hebt die Gültigkeit der Reisepässe aller tschechoslowakischen Bürger auf, wodurch die Möglichkeit des freien Reisens in den Westen wesentlich eingeschränkt wird. Bis 1948 sind Deutsche vom Reiseverkehr mit der Tschechoslowakei ausgeschlossen. |
1949 8. Januar: Gründung des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW), dessen Ziel es ist, die vollständige ökonomische Unabhängigkeit von der kapitalistischen Welt zu erreichen. Gründungsstaaten sind die Sowjetunion, die Tschechoslowakei, Albanien, Polen, Bulgarien, Rumänien, Ungarn und später die DDR, die Mongolei, Kuba und Vietnam. Weitere Informationen über den RGW Februar: Annahme des Gesetzes über die Schaffung der so genannten Einheitlichen Landwirtschaftlichen Genossenschaften, die die erste Welle der Kollektivierung in der tschechoslowakischen Landwirtschaft und die Liquidierung der privaten Landwirtschaft mit sich bringen 4. April: Gründung der NATO 23. Mai: Das deutsche Grundgesetz tritt in Kraft (Gründungsdatum der BRD) 7. Oktober: Die Verfassung der DDR wird verabschiedet (Gründungsdatum der DDR) | 1. Januar: die tschechoslowakische Finanzwache wird aufgelöst, ihre Aufgaben übernimmt die neu entstandene Grenzwache. |
1950 8. Januar: Der „Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten“ (BHE) gründet sich als Partei. Weitere Informationen über den BHE 5. und 6. Juni: In einer Deklaration erkennt die DDR die Oder-Neiße-Grenze zwischen Polen und der DDR als „Friedens- und Freundschaftsgrenze“ an. Damit waren die Grenz- und Bevölkerungsverschiebungen von einem deutschen Staat festgeschrieben, aber auch die Beziehungen der beiden Staaten erleichtert. 21. bis 23. Juni: Die DDR unterzeichnete ein Abkommen mit der Tschechoslowakei, in dem die DDR auf Gebiets- oder Grenzansprüche verzichtete und die „Umsiedlung“ der Deutschen aus der Tschechoslowakei als „unabänderlich, gerecht und endgültig gelöst“ bezeichnete. Wie im Vertrag mit Polen erleichtert dieser Vertrag die Beziehungen der beiden Staaten. 5. August: Die Charta der deutschen Heimatvertriebenen, die u.a. einen Verzicht auf Rache und das Recht auf Heimat enthält. 7. August: Die BRD wird Mitglied des Europarates. | 13. September: Die Volkszählung ergibt, dass 35% der Bevölkerung Bayerns Vertriebene sind. |
1951 | Februar: An der Grenze zu Österreich, der DDR und der BRD stationiert die Tschechoslowakei insgesamt 16 000 Grenzbeamte und Soldaten. 16. März: Als Sonderpolizei des Bundes wird der Bundesgrenzschutz aufgestellt. Die zu Beginn 10 000 Mann sollen hauptsächlich einen Sicherheitsgürtel entlang der Grenze zur SBZ ziehen. 1. Juni: An der Grenze zu Deutschland und Österreich wird von der Tschechoslowakei eine Grenzzone eingeführt. Aus dieser Sperrzone werden alle Ortschaften ausgesiedelt und bis zum Jahr 1953 auch alle Häuser abgerissen. Weitere Informationen über verschwundene Ortschaften Dezember: Die Tschechoslowakei befestigt ihre Grenzanlagen zu Bayern |
1952 5. Mai: Frankreich, Italien, die Benelux-Staaten und die BRD gründen die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl („Montanunion“ - EGKS). Weitere Informationen über die EGKS 26. und 27. Mai: Die DDR beschließt die „Verordnung über Maßnahmen an der Demarkationslinie zwischen der DDR und den westlichen Besatzungszonen Deutschlands“. Eine Sperrzone zwischen der BRD und der DDR wird eingerichtet. | An der tschechoslowakischen Westgrenze wird die Errichtung des dreiteiligen Stacheldrahtzaunes beendet. Dessen mittlerer Zaun ist an einigen Stellen unter 2 - 6000 Volt-Strom gesetzt. Einige Grenzabschnitte werden vermint. |
1953 5. März: Josif Vissarionovic Stalin stirbt 14. März: Klement Gottwald stirbt. Antonín Zápotocký wird neuer tschechoslowakischer Präsident. 1. Juni: In der Tschechoslowakei wird die Währungsreform verkündet. Sie führt zu einer drastischen Erhöhung der Lebenskosten. Ersparnisse verlieren an Wert. Zum ersten Mal seit 1948 kommt es zu Demonstrationen gegen die Regierung, die von der Armee aufgelöst werden. 17. Juni: Die SED-Führung will in der DDR eine Normerhöhung für die Arbeiter durchsetzen. Daraufhin kommt es zu DDR-weitem Protest, der am Ende blutig niedergeschlagen wird. Internetseite über den 17. Juni 1953 | Die Institution des Grenzlandbeauftragten wird geschaffen. Die Zonenrandförderung des Bundes und des Landes sollen Standortnachteile im wirtschaftlichen und sozialen Bereich in einem Gebiet von einem rund 40km breiten Streifen, dem so genannten Notstandsgebieten, an der tschechoslowakischen und DDR-Grenze ausgleichen. |
1954 23. Oktober: Die Pariser Verträge werden unterzeichnet und treten 1955 in Kraft. Die BRD wird wieder aufgerüstet und gilt bei den Westmächten im Gegenzug als die einzige legitime deutsche Regierung. Die Westintegration der Bundes erfolgt. | 6. Juni: Die Bayerische Staatsregierung übernimmt die Schirmherrschaft über die Sudetendeutschen in Bayern. Zu diesem Zeitpunkt ist jeder neunte Bayer ein ehemaliger Einwohner der Tschechoslowakei. |
1955 9. Mai: Westdeutschland tritt der NATO bei 14. Mai: Abschluss des Warschauer Paktes. Die Gründungsmitglieder dieses Militärpaktes waren Albanien, Bulgarien, die Tschechoslowakei, Ungarn, die DDR, Polen, Rumänien und die Sowjetunion. 9. Dezember: Der bundesrepublikanische Staatssekretär im Außenministerium Hallstein verkündet, dass die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der DDR ein „gegen die Lebensinteressen des deutschen Volkes gerichteter unfreundlicher Akt“ sei. Dadurch würden die Beziehungen zur BRD abgebrochen. Erstmals wird dieser Alleinvertretungsanspruch 1957 auf Jugoslawien angewendet. | |
1956 Februar: Auf der XX. Versammlung der KPdSU kritisiert N. Chruschtschow den Stalinkult. 17. August: Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) wird in der BRD verboten. | |
1957 13. November: Antonín Zápotocký stirbt. Antonín Novotný wird neuer tschechoslowakischer Präsident. | Da einige Angehörige der tschechoslowakischen Grenzwache verunglücken, werden die Minen an der Grenze beseitigt. |
1960 11. Juni: Eine neue sozialistische Verfassung wird verabschiedet. Der Staat heißt nun Tschechoslowakische Sozialistische Republik (ČSSR). | |
1961 13. August: Mauerbau quer durch Berlin und entlang der DDR-Westgrenze. | |
1965 Januar: Beginn der Wirtschaftreformen in der Tschechoslowakei als Folge des Scheiterns der zentral gesteuerten Planwirtschaft. Die Bemühungen um ihre Durchsetzung führen zu gesamtgesellschaftlichen Veränderungen und zur Demokratisierung des politischen Lebens. Juni: Es kommt zu Studentenprotesten gegen den Besuch des persischen Herrschers, den Schah Reza Pahlewi, die mit brutalem Polizeieinsatz niedergeschlagen werden. Im Oktober gehen tausende in der BRD gegen den Vietnamkrieg auf die Strasse. Im November kritisierte die Studentenbewegung in der BRD, die so genannten 68iger Generation, die Organisation der Universitäten und der Gesellschaft. | Dezember: Der 6000-Volt Grenzzaun wird von der Tschechoslowakei abgeschaltet. Im Hinterland wird ein Signalzaun angelegt. Insgesamt sind 95 Menschen an diesem Zaun beim Versuch zu flüchten durch den Strom getötet worden. Das letzte Opfer des elektrischen Zaunes war am 22. Dezember der siebzehnjährige Břetislav Funiok. |
1967 Oktober: Der Polizeieinsatz gegen eine Spontandemonstration von Studenten im prager Strahov-Wohnheim löst eine Welle von Studentenunruhen in Prag und weiteren Hochschulzentren aus. | |
1968 5. Januar: Auf der Sitzung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei wird Alexander Dubček zum ersten Sekretär gewählt. DDR-Bürgern wird die Einreise in die Tschechoslowakei untersagt. 31. Januar: Die BRD nimmt diplomatische Beziehungen zu Jugoslawien auf und rückt damit von der „Hallstein-Doktrin“ ab. Die unter Adenauer begonnene Westintegration wird zusehends zu einem Versuch des „Wandels durch Annäherung“ und der Ostpolitik. 28. März: Antonín Novotný tritt zurück. Zum neuen tschechoslowakischen Präsidenten wird der Armeegeneral Ludvík Svoboda gewählt. 27. Juni: In der Tschechoslowakei werden die so genannten Zweitausend Worte veröffentlicht, die die Fortsetzung und Vertiefung der Reformen fordern. Sie werden von einer Reihe bekannter Persönlichkeiten unterschrieben. Ihr Autor ist Ludvík Vaculík. 21. August: Einmarsch der fünf Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei. Hauptvertreter der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei und des Staates wurden verhaftet und in die Sowjetunion verschleppt. Die Mehrheit der Bevölkerung reagiert spontan mit Widerstand gegen die Besetzung. In den ersten Tagen nach dem 21. August sterben ca. 90 Zivilisten. Weitere Informationen über den Prager Frühling 23. August: Das Moskauer Abkommen über Konsolidierung der Zustände in der Tschechoslowakei wird unterschrieben, in dem sich die tschechoslowakische Delegation zur Umsetzung der Forderungen der intervenierenden Warschauer Pakt-Staaten verpflichtet. 16. Oktober: Die tschechoslowakische und die sowjetische Regierung beschließen den Vertrag über den „zeitweiligen Aufenthalt der sowjetischen Armee“. In der Tschechoslowakei bleiben 75 000 sowjetische Soldaten. Oktober: Verabschiedung des Gesetzes über die föderative Ordnung der Tschechoslowakei, das zum ersten Mal in der Geschichte die Gleichberechtigung der tschechischen und slowakischen Landesteile festlegt. 12. November: „Breschnew-Doktrin“, benannt nach dem Generalsekretär der KPdSU, erklärt den Einmarsch in die Tschechoslowakei zum allgemeinen Prinzip, d.h. dem Sozialismus zuwider laufende Handlungen sollen in Zukunft in jedem Staat unterbunden werden. | Januar: Jeden Tag werden Reisende, die aus der Tschechoslowakei zurückkehren, von den Grenzbeamten über die Lage in dem Nachbarland befragt. Die Berichte wurden vom Präsidium in München ausgewertet. Die Beamten rechnen nicht mit einem Einmarsch der Warschauer Pakt-Staaten. 23. August: In Passau wird eine Gedenkminute für die Freiheit der Tschechoslowakei eingelegt. |
1969 16. Januar: Aus Protest gegen die Okkupation der Tschechoslowakei verbrennt sich der Student der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität Jan Palach. Sein Begräbnis wird eine gesamtgesellschaftliche Demonstration gegen die Okkupanten. 25. Februar: Auf demselben Platz, aus den gleichen Motiven wie Palach verbrennt sich der Student Jan Zajíc. Im April folgt ihnen in Jihlava/Iglau Evžen Plocek. März: „Hockey-Woche in Prag“ – Protestdemonstrationen gegen die sowjetische Okkupation nach dem Sieg der tschechoslowakischen Hockeymannschaft gegen die sowjetische. 17. April: Alexander Dubček tritt von der Führung der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei zurück. An seine Stelle wird Gustáv Husák gewählt. Bis zum Jahr 1971 werden die Partei und die Bevölkerung einer politischen Säuberung unterzogen. August: Massenproteste von tschechoslowakischen Bürgern gegen die sowjetische Okkupation | |
1970 31. März: Erste offizielle Gespräch zwischen Prag und Bonn über die Normalisierungen der Beziehungen beginnen. Streitpunkt ist das „Münchner Abkommen“ von 1938. Prag fordert dessen Nichtigkeit, Bonn will verhindern, dass die Vertriebenen keinerlei Ansprüche auf verlassenes Eigentum mehr haben. Die Verhandlungen ziehen sich 2 1/2 Jahre hin. 12. August: Unterzeichnung der Moskauer Verträge zwischen der BRD und der Sowjetunion. Sie enthalten im Kern schon die später mit Polen und der Tschechoslowakei getroffenen Vereinbarungen. Beide Seiten gehen in diesen vom Status quo in Europa aus, einschließlich der Oder-Neiße-Linie und der Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Ihre völkerrechtliche Anerkennung war damit aber nicht verbunden. Dezember: Annahme eines Dokumentes der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei, das die vor kurzem stattgefundenen Ereignisse bewertet und die Rückkehr zu totalitären Zuständen manifestiert. 7. Dezember: Bundeskanzler Willy Brandt kniet vor dem Denkmal des Warschauer Ghettoaufstandes nieder und zeigt so seine Ehrfurcht vor den Opfern der nationalsozialistischen Verbrechen in Polen. Weitere Informationen über den Kniefall 10. Dezember: Friedensnobelpreis an Willy Brandt für die Ostpolitik. | 31. Mai: Der Grenzbahnhof Furth i. Wald wird wieder eröffnet. Täglich fährt ein Schnellzug zwischen München und Prag. 1. Juni: Die Funktion des Grenzbeauftragten der Bayerischen Grenzpolizei wird in Furth i. Wald geschaffen. Aufgaben waren die Verbindungsaufnahme zu Behörden jenseits der Grenze zur Regelung gemeinsamer Aufgaben. Tschechoslowakische Radarstationen werden durch Sowjets besetzt. |
1972 21. Mai: Grundlagenvertrag mit der DDR, durch den diese im Westen anerkannt wird (Teil der Ostverträge). Es kommt zu Erleichterungen im Grenzverkehr. Er tritt 1973 in Kraft. | 15. Januar: Zwischen der DDR und Tschechoslowakei besteht ein pass- und sichtvermerksfreier Reiseverkehr. Viele Urlauber treffen sich in Grenznähe zu Bayern mit ihren Westverwandten. |
1973 September: BRD und DDR werden in die UNO aufgenommen 11. Dezember: Vertrag über die gegenseitigen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik (Teil der Ostverträge). Die beiden Staaten nehmen diplomatische Beziehungen auf. | |
1975 1. August: Die Schlussakte von Helsinki ist das Abschlussdokument der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE). Staaten aus Ost und West unterzeichnen die Vereinbarung über Menschenrechte und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Dissidenten, wie die Aktiven der Charta 77 oder die Bürgerrechtsbewegung in der DDR beziehen sich auf das Dokument, das von ihren Staaten unterschrieben wurde. | |
1977 1. Januar: Die Deklaration Charta 77, welche auf die Verletzung der Menschenrechte und der Freiheit in der damaligen Tschechoslowakei aufmerksam macht. Die Unterzeichner dieser Erklärung werden verfolgt. | |
1978 Abbau der Selbstschussanlagen an der DDR-Grenze zur BRD. | |
1979 12. Dezember: Nachrüstungsbeschluss der NATO, woraufhin die Friedensbewegung in der BRD zu Massendemonstrationen zusammenkommt. 1983 ziehen die Grünen, die durch diese Bewegung entstanden sind, in den Bundestag ein. | |
| 1983 | Juli: Der bayerische Ministerpräsident F. J. Strauß, bekannt als „Erzfeind der Kommunisten“, besucht erstmals die Tschechoslowakei, Polen und die DDR. |
1984 Weil DDR-Bürger nur die Grenze zur Tschechoslowakei allein durch Vorzeigen des Personalausweises passieren dürfen, dringen wiederholt Ausreisewillige in die BRD-Botschaft in Prag ein. Im Oktober werden daraufhin die Kontrollen an der Grenze zwischen der DDR und der Tschechoslowakei verstärkt. | |
1985 11. März: Gorbatschow wird Generalsekretär der KPdSU, Beginn der Reformen in der Sowjetunion. | |
| 1986 | Weiß-rote Markierungspfahle werden von der tschechoslowakischen Führung parallel zur Grenze mit Bayern angebracht, nachdem tschechoslowakische Grenzbeamte die Grenze überschritten und auf Bundesbürger schossen, die sie für flüchtende Tschechoslowaken halten. |
1988 26. und 27. Januar: Bundeskanzler Helmuth Kohl besucht die Tschechoslowakei. Er erinnert an das Massaker von Lidice im Jahr 1942 und an die Zwangsaussiedlung der Deutschen. | |
1989 15.-22. Januar: „Palach Wochen“ – von der Polizei werden eine Reihe von Gedenk-Demonstrationen auf dem Wenzelsplatz in Prag gewalttätig niedergeschlagen. 5. Februar: Die letzten Toten an der Berliner Mauer. In den ersten "Mauerschützen"-Prozessen der Wende werden die Soldaten 1992 verurteilt. 2. Mai: Ungarn beginnt, den Eisernen Vorhang an der Grenze zu Österreich zu demontieren. Die bewaffnete Bewachung bleibt jedoch bestehen. Am 1. August hebt Ungarn die Sperrgebiete an der Grenze auf. 30. September: 4000 DDR-Flüchtlinge in der prager BRD-Botschaft dürfen in den Westen ausreisen. Der Zug muss über die DDR fahren. Weitere Flüchtlinge folgen, die ebenfalls ausreisen dürfen. Während die Züge durch Dresden rollen, kommt es zu gewalttätigen Übergriffen der DDR-Polizei gegen die 3000 Menschen, die versuchen, in die Züge zu gelangen. Weitere Informationen über die Ereignisse auf der Prager Botschaft 3. Oktober: Die DDR-Führung weiß sich nicht anders zu helfen, als die Visapflicht zwischen der DDR und der Tschechoslowakei wieder einzuführen. 16. Oktober: 120 000 Menschen demonstrieren in Leipzig auf den so genannten Montagsdemonstrationen und skandieren „Wir sind das Volk“, was zum ungekürten Schlagwort der Wiedervereinigung wird. 9. November: Die Berliner Mauer wird geöffnet 17. November: Die gewalttätige Zerschlagung der Studentendemonstration in Prag ruft massive Demonstrationen gegen das kommunistische Regime hervor. Diese führen schließlich zum Sturz des Regimes. Für ihren gewaltfreien Verlauf wird die Welle der Proteste von westlichen Journalisten als „Samtene Revolution“ betitelt. 19. November: In der Tschechoslowakei wird das Občanské Forum (Bürgerforum), die politische Oppositionsbewegung, gegründet. Sie lehnen das kommunistische Regime ab und setzen sich für die Einführung der Demokratie ein. 10. Dezember: Unter steigendem Druck der Opposition tritt der tschechoslowakische kommunistische Präsident Gustáv Husák von seiner Funktion zurück. 29. Dezember: Der Hauptvertreter der anti-kommunistischen Opposition Václav Havel wird zum Präsidenten gewählt. | 23. Dezember: Außenminister Genscher und Dienstbier zerschneiden symbolisch den Stacheldrahtzaun an der Grenze in Waidhaus. |
1990 8.-9. Juli: In der Tschechoslowakei gewinnt das Občanské Forum die demokratischen Wahlen 26. Februar: In Moskau wird der Abzug der sowjetischen Truppen aus der Tschechoslowakei beschlossen. Ihr Abzug verläuft bis zum Juli 1991. 5. Mai: Die „2+4“-Gespräche (DDR, BRD+USA, SU, GB, F) werden eröffnet und führen zur politischen Wiedervereinigung. | |
1991 1. Juli: Der „Warschauer Pakt“, das Militärbündnis der Ostblockstaaten, löst sich auf. | Am 2. Juni wird in Anwesenheit des Bundeskanzlers Helmut Kohl der Grenzübergang Bayerisch Eisenstein / Železná Ruda für den Schienenverkehr wieder geöffnet. |
1992 27. und 28. Februar: Der „Deutsch-tschechoslowakische Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit“ wird unterzeichnet. Vertreibung wird als Gewaltakt bezeichnet, das Münchner Abkommen für nichtig, erst später für ungültig erklärt. | |
1993 1. Januar: Teilung der Tschechoslowakei, Entstehung der eigenständigen Tschechischen Republik und der eigenständigen Slowakischen Republik. | Die Euregio Bayerischer Wald/Šumava/Unterer Inn wird gegründet und fördert seitdem grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Tschechien, Österreich und Deutschland. |
1995 26. März: Die Binnenkontrolle innerhalb der EU-Grenzen fällt mit dem Schengener Durchführungsabkommen weg. | |
1997 21. Januar: Deutsch-tschechische Erklärung über die gegenseitigen Beziehungen und deren künftige Entwicklung wird unterschrieben. Deutschland und die Tschechische Republik erklären sich für beiderseitig zugefügtes Leid und Unrecht für verantwortlich. | |
1999 12. März: Die Tschechische Republik wird Mitglied der NATO | |
2002 1. Januar: Ablösung der D-Mark durch den Euro | |
2003 | 17. Februar: Seit diesem Tag gehen tschechische und deutsche Beamte gemeinsam auf Grenzkontrolle |
2004 1. Mai: Die Tschechische Republik wird Mitglied der Europäischen Union. Bericht auf Radio Praha | |
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